DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Sportdirektor Matthias Sammer
Talentzentrum Fußballschule AufSchalke
1995 wurde an der Gesamtschule Berger Feld in Zusammenarbeit mit dem Partnerverein FC Schalke 04 das Talentzentrum Gelsenkirchen mit seinen 3 weiteren Stützpunkten Gesamtschule Ückendorf, Ev. Gesamtschule Bismarck und Leibnitz-Gymnasium begründet. Ab 1996 fanden regelmäßig Hallenmasters statt. 2000 wurde die Kooperation durch die Gründung der Fußballschule AufSchalke / Teilinternat Gesamtschule Berger Feld erheblich intensiviert. Seitdem haben 115 Nachwuchsfußballer das Projekt genutzt, das 3 zusätzliche Trainingseinheiten pro Woche im Vormittagsbereich, Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Mentoren (Beispiel in der Anlage), Schulzeitstreckung (siehe Anlage), pädagogisch-psychologische Betreuung in der Zeit zwischen Schule und Training in eigens dafür eingerichteten Räumen, den freien Mittwochnachmittag, Wohnen in der Villa unter Betreuung einer Familie, Kompensation von Unterrichtsausfall und Freistellung für Lehrgänge der Verbände (Westf. Fußball- und Leichtathletikverband; Deutscher Fußballbund) umfasst. 25 von ihnen haben den Sprung in den Profi-Bereich geschafft, darunter Mesut Özil, Manuel Neuer, Benedikt Höwedes, Sebastian Boenisch, Tim Hoogland, Joel Matip u. v. a. Vier von ihnen wurden 2009 U-21-Europameister - mit Mesut und Manuel spielen inzwischen zwei für die Deutsche Nationalmannschaft, mit Joel Matip einer für Kamerun und mit Sebastian Boenisch einer für Polen. Jugendmannschaften von Verein und Schule waren national und international sehr erfolgreich: A-Jugend Deutscher Meister, B-Jugend Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Vizemeister bei Jugend trainiert für Olympia bzw. Europasieger im Playstation Schools Cup. Das Projekt findet große Beachtung - 2002 gestalteten Vertreter der Schule und des Vereins den Potsdamer Kongress „Bündnis für den Fußball" maßgeblich mit - 2004 folgte die Auszeichnung zur „Partnerschule des Leistungssport", im Mai 2007 zur „Eliteschule des Fußball" und im Oktober 2008 die Vorstellung des Projektes auf dem 2. Potsdamer Kongress des DFB und der KMK. Entsprechend war die Resonanz in den Medien (Süddeutsche Zeitung, Kicker, Reviersport, Rheinische Post, Welt, 1Live, ZDF, WDR Lokalzeit). Die Deutsche Sporthochschule Köln, die Universität Bielefeld und zahlreiche Abhandlungen für 1. bzw. 2. Staatsexamina garantierten wissenschaftliche Begleitung. Die Kooperation mit dem British Council mündete in ein Comenius-Projekt mit Partnern aus Newcastle und Brøndby. Besuche von Schulvertretern an der Lausitzer Sportschule Cottbus (Deutschlands erste Eliteschule des Fußball), in Hoffenheim und bei AZ Alkmaar brachten wichtige Hinweise zur Weiterentwicklung. Aktuell besuchen 25 Spieler des Partnervereins wg. des Projektes die Schule - seit dem 2. Halbjahr 2010/11 auch Julian Draxler-, 16 Jungen aus anderen Vereinen der Stadt wurden integriert. Die deutsche U-20 Weltmeisterin und Turniertorschützenkönigin und Perspektivspielerin für 2011 Alexandra Popp war bis zum letztem Jahr Schülerin unserer Schule. Inzwischen ist sie DFB-Pokalsiegerin, UEFA-Pokalsiegerin und Trägerin der Fritz-Walter-Medaille in Silber. In den Jahrgängen 5 bis 10 gibt es je 2 Sportklassen (im 5.Jg. sogar 3) - bei der gerade laufenden Anmeldungsrunde finden diese Klassen sehr großen Zuspruch. Natürlich galt es im Laufe der Jahre auch Probleme zu lösen: Bis der organisatorische Rahmen die aktuelle Perfektion erlangt hatte, brauchte es seine Zeit. Immer wieder mussten viele Gespräche geführt werden, um innerhalb des Kollegiums für die erforderliche Akzeptanz zu sorgen (inzwischen ist es offenbar nicht mehr schwierig, Kolleginnen und Kollegen zu engagierter Mitarbeit im Projekt zu bewegen, sogar am Freitagnachmittag oder nach Dienstschluss). Auch die Kooperation mit dem Partnerverein erreichte erst nach etlichen Auseinandersetzungen die heutige Ausgestaltung: Regelmäßige Kommunikation auch mit den Cheftrainern, Managern und Präsidenten bzw. Aufsichtsratsmitgliedern, Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit Presse und Verbänden, Arena-Führungen für Gäste oder Abstellung von Profis für Schultermine, vor allem: Beratung bei der Auswahl neuer Kandidaten. Trotz dieser in vielen Bereichen nahezu idealtypischen Ausprägung des Projektes, gibt es noch Probleme, die es in Zukunft zu lösen gilt: Vor allen Dingen die duale Karriereplanung von Talenten, die nicht die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erreicht haben und deshalb ein Berufskolleg besuchen müssen, muss besser unterstützt werden.