Gesamtschule Berger Feld
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Gewalt-Prävention
Gewalt an Schulen ist in der jüngsten Vergangenheit ein immer aktuelleres Thema geworden. Die Gesamtschule Berger Feld arbeitet seit Jahren erfolgreich im Bereich Gewalt-Prävention. Ziel dieser Arbeit ist es, ein positives Schulklima zu schaffen, in dem sich alle am Schulleben beteiligten Personen wohl fühlen können. Die Präventionsarbeit erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen: 1) Schüler als Helfer, 2) Lehrer als Berater und schließlich 3) außerschulische Partner als „Experten".

 

Schüler als Helfer

Zu diesem Zweck werden Schülerinnen und Schüler schon in den unteren Jahrgangsstufen ausgebildet. Sie sind als Fahrzeugbegleiter für die Gleichaltrigen Ansprechpersonen auf dem Schulweg und regeln eigenverantwortlich Probleme wie etwa Meinungsverschiedenheiten und Drängeln beim Ein- oder Ausstieg. Durch ihre Ausweise und regelmäßige Schulungen genießen sie bei Mitschülerinnen und Mitschülern die notwendige Autorität. Zusätzlich bedankt sich die Schule für die ehrenamtliche Tätigkeit mit gemeinsamen Ausflügen.

 

Streitfälle in der Schule werden von den Streitschlichtern geklärt. Die jeweiligen Konfliktparteien setzen sich mit den ausgebildeten Jungen und Mädchen zusammen und besprechen den Vorfall in Ruhe, um gemeinsam eine für alle verträgliche Lösung zu finden. Im 8. Jahrgang wurden in diesem Schuljahr eine Befragung aller Schülerinnen und Schüler zum Thema durchgeführt. Dadurch konnten bisher „versteckte" Probleme aufgedeckt und  im Sinne der Prävention bearbeitet werden.

 

Zur Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer sind im 7. und 8. Jahrgang zusätzlich Pausenhelfer aktiv. Sie ermöglichen Mitschülerinnen und Mitschülern, rechtzeitig die Materialien für die Folgestunden aus dem Klassenraum zu holen, indem sie Klassentüren auf- und zuschließen.

 

Bei gravierenden Vorkommnissen steht außerdem die Schulschiedsstelle der Stadt Gelsenkirchen zur Verfügung. Hakan Durdu (Klasse 10) von der Gesamtschule Berger Feld und Mitschüler anderer Schulen beraten und beschließen hier Maßnahmen, wenn Streitigkeiten von den Schulen gemeldet wurden. Dass sie Schiedssprüche über Gleichaltrige treffen können, findet auch bei den Betroffenen deutlich Anerkennung.

 

Lehrpersonen als Berater

Die Gesamtschule Berger Feld hat mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 eine Stelle mit Modellcharakter geschaffen. Zur Unterstützung der Schulleitung - etwa zur akuten Krisenintervention - steht Herr Christian Krabbe als Fachleiter für Gewaltprävention zur Verfügung. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Schulleitung (Abteilungsleiter 7./8. Jahrgang) nimmt er nun in seiner Rolle als Koordinator an Elternanhörungen teil (z. B. bei Fehlverhalten von Schülern und notwendigen Maßnahmen nach §53 des Schulgesetzes), führt mit betroffenen Schülerinnen und Schülern Einzelgespräche und erstellt mit ihnen Strategiekarten, auf denen das bisher problematische Verhalten aufgearbeitet wird. Hausbesuche zur Unterstützung der elterlichen Erziehungsarbeit werden gemeinsam mit Klassenleitungen oder den an der Schule beschäftigten Sozialarbeitern durchgeführt.

 

Mit dem Thema Schulklima beschäftigt sich in diesem Schuljahr eine Arbeitsgemeinschaft der Schulkonferenz. Die Schwerpunktsetzung für die kommenden Jahre in Bezug auf die Präventionsarbeit wird dort gemeinsam von Lehrpersonen, Eltern und Schülern geleistet.

 

Bei Bedarf richtet die Gesamtschule Berger Feld zusätzlich eine Trainingsklasse ein. Schülerinnen und Schüler (vorwiegend aus den Jahrgangsstufen 7 und 8), die mit dem Lernen und der Konzentration große Probleme haben, lernen in kleinen Schritten, Regeln des Schullebens zu respektieren. Neben den „normalen" Unterrichtsstunden in den Kernfächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Wahlpflichtbereich stehen Fachübungsstunden und „Benehmen lernen" in eigens eingerichteten Trainingsstunden auf dem Programm.

 

Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler werden seit Jahrzehnten in der Schule als „Streber" belächelt. An der Gesamtschule Berger Feld jedoch hat ein seit vielen Jahren bestehender Wettbewerb in den Jahrgangsstufen 7 und 8 ein Umdenken eingeleitet. Die Ehrung der besten Schülerinnen und Schüler am Schuljahresende im großen Hörsaal erfreut sich großer Beliebtheit. Klassen fiebern mit und können zu Recht stolz darauf sein, wenn Mitschüler die Preise erhalten. Doch nicht nur donnernder Applaus von rund 250 Schülern einer Jahrgangsstufe ist der Lohn. Dank der Unterstützung durch die Sparda-Bank West sind in jedem Jahr Präsente zusätzlicher Anreiz für gute Schulleistungen. Die jeweils drei besten Jungen und Mädchen bekommen aus der Hand der Abteilungsleitung Urkunden und Preise.

 

Bei der gleichen Veranstaltung werden zusätzlich Preise für die Aufsteiger des Jahres vergeben. Schülerinnen und Schüler, die anfangs schwache Leistungen oder ein negatives Sozialverhalten aufwiesen, dieses aber dann verbesserten, bekommen in dieser Kategorie einen Sonderpreis. Somit haben sowohl leistungsstarke, als auch leistungsschwache Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang den Anreiz, ihre persönlichen Leistungen zu verbessern.

 

Sich in einem angenehmen Schulklima wohl zu fühlen, das ist eines der Erziehungsziele an der Gesamtschule Berger Feld. Daher wird besonderer Wert auf die Ordnung und Sauberkeit in den Klassen gelegt. Im 7. Jahrgang wird aus diesem Grund durch die Abteilungsleitung und die Beratungsträger (Klassenleitungen, Beratungslehrerin) der schönste Klassenraum prämiert. In der Jury sitzen selbstverständlich auch Schülerinnen und Schüler. Ein Blech Pizza aus der schuleigenen Mensa winkt als Lohn für die Siegerklasse.

 

In unmittelbarer Nähe zu den Klassen des 7. und 8. Jahrgangs befindet sich die Erste-Hilfe-Station. Die kleinen und größeren „Wehwehchen" von Schülerinnen und Schülern werden hier behoben. Ob Wärmflasche gegen Bauchschmerzen, Kühl-Akku nach Fußballverletzung vom Pausenhof oder ein Pflaster bei kleineren Verletzungen - in der freundlich gestalteten Atmosphäre sind die Helfer auf Zwischenfälle vorbereitet. In dringenden Fällen erfolgt hier die Erstversorgung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Regelmäßige Schulungen der Lehrpersonen, aber auch interessierter Schülerinnen und Schüler werden dank der Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe hausintern durchgeführt, so dass die Gesamtschule Berger Feld über zahlreiche ausgebildete Ersthelfer verfügt.

 

Außerschulische Partner als „Experten"

Schulmüde Schülerinnen und Schüler erhalten im wahrsten Sinn des Wortes „Die 2. Chance". Unter diesem Titel erfolgt eine Kooperation mit dem Referat Kinder, Jugend, Familie der der Stadt Gelsenkirchen. Um eine Karriere als Schulversager oder Schulschwänzer zu verhindern werden drei Modelle angeboten: individuelle Intervention, Schülerwerkstatt und Fördersystem. Als Kooperationspartner ist die Katholische Jugendberufshilfe beteiligt. Ziel des Unterrichts in kleinen Gruppen ist in jedem Fall die Rückführung in den „normalen" Schulbetrieb.

 

Mit Beginn des kommenden Schuljahres werden an der Gesamtschule Berger Feld wieder Kurse im Entspannungstraining angeboten. In einer kleinen Gruppe von maximal acht Personen werden in der Mittagspause ausgewählte Schülerinnen und Schüler von eigens dafür ausgebildeten Trainerinnen betreut. Die Kinder lernen auf diesem Weg, trotz der Hektik im Alltag zur Ruhe zu finden. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine entsprechende ärztliche Verordnung.

 

Eine spezielle Förderung von Migrantenkindern bietet die Gesamtschule Berger Feld in Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Bildungs- und Förderverein für Schüler und Studenten (IBFS e.V.) an. Nach Schulschluss erhalten Schülerinnen und Schüler aus ausländischen Familien bei Bedarf gezielte Hilfe in einzelnen Unterrichtsfächern. Durch die gemeinsame Arbeit mit diesem gemeinnützigen Verein - der bundesweit für seine Arbeit ausgezeichnet wurde - wird die Integrationsarbeit der Schule zusätzlich unterstützt. Zur Zeit liegt der Schwerpunkt auf dem 6. Jahrgang.

 

Am Wettbewerb „Be Smart - Don't Start", der Schüler zum Nichtrauchen animiert, nahmen auch in diesem Jahr mehrere Klassen teil. Die gemeinsam von AOK Westfalen-Lippe und den Schulämtern durchgeführte Aktion erlaubte maximal 10 % Raucher in einer Klasse. Anonyme Umfragen in den Klassen, zugleich aber auch umfangreiche Informationen zum Thema Nichtrauchen und Nichtraucherschutz begleiteten sechs Monate lang die Arbeit in verschiedenen Jahrgangsstufen an der Gesamtschule Berger Feld.

 

Liebe, Sexualität, Verhütung und AIDS sind die zentralen Themen beim Projekt AIDS-Prävention mit dem Mädchenzentrum Gelsenkirchen unterstützt die Arbeit in der Schule mit mehrstündigen Veranstaltungen im 8. Jahrgang. Gemeinsam in der Klasse - aber auch für spezielle und vermeintlich „peinliche" Fragen getrennt nach Geschlechtern - stehen die Beraterinnen zur Verfügung. Auch diese Kooperation läuft bereits seit nahezu zehn Jahren erfolgreich.

 

Neben den üblichen Elternberatungen (Mitteilungen in den Elternheften, Einzelgespräche und Elternsprechtage) bietet die Gesamtschule Berger Feld seit längerer Zeit Unterstützung in der Zusammenarbeit mit Behörden an. Das Kommissariat Vorbeugung der Gelsenkirchener Polizei ist ständig erreichbarer Ansprechpartner und Berater der Schule. Der weit über die Stadtgrenzen hinaus gehende Erfolg der polizeilichen Gefährdeansprachen als Möglichkeit, auf junge Straftäter einzuwirken, wurde von der Schule in der Grundidee übernommen. Gravierendes Fehlverhalten in der Schule wird in „schulischen Gefährdeansprachen" thematisiert und gegebenenfalls über einen Täter-Opfer-Ausgleich, also ohne eine langwierige gerichtliche Auseinandersetzung geklärt. Dabei legt die Gesamtschule Berger Feld größten Wert darauf, dass Schülerinnen und Schüler ihr Fehlverhalten einsehen und gleichzeitig Opfer und Betroffene angstfrei zur Schule gehen können. Meist wird in einem Gespräch am „runden Tisch" in der Schule mit allen Beteiligten eine Lösung erarbeitet und schriftlich vereinbart. Polizei, gegebenenfalls weitere Behörden sitzen als berater mit in der Runde. In schwierigeren Fällen erfolgen solche Beratungsgespräche bei Hausbesuchen in den Familien „vor ort".

 

Große Anerkennung genießt die schulische Präventionsarbeit in der Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat Gelsenkirchen („PräGE"). Der mit dem Schwerpunktthema Schule beschäftigte Fachkreis 3 hat unter Führung von Herrn Georg Altenkamp, zugleich Schulleiter der Gesamtschule Berger Feld, und dem Koordinator Gewaltprävention der Gesamtschule Berger Feld, Herrn Christian Krabbe, Materialien erarbeitet, die bei Notfällen im Schulalltag eingesetzt werden können. Die regionale schulpsychologische Beratungsstelle mit Sitz in der Gesamtschule Berger Feld unterstützt die Arbeit tatkräftig. Das Etablieren eines positiven Schulklimas steht dabei im Vordergrund. Inzwischen haben mehrere Schulen und Behörden aus verschiedenen Bundesländern nicht nur Interesse bekundet, sondern auch Teile des Konzepts für die Entwicklung ihrer eigenen Schule verwendet. Für Fortbildungen - wie zuletzt bei einem internationalen Treffen von Polizeivertretern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - stehen Materialien und Referenten der Gesamtschule Berger Feld zur Verfügung.

 

 

 

Film über Gewaltprävention

 
 

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