Nächster Termin: 30.9.- 4.10.2012
Deutsch-Polnisches-Jugendforum
Dieses im Schulprogramm verankerte Jugendforum zwischen der Gesamtschule Berger Feld/Gelsenkirchen und dem Liceum Ogolnoksztalcace im Braki Sniadekich/Zgorzelec entstand 2010 durch persönliche Kontakte der Verantwortlichen zum Bildungszentrum Schloss Wendgräben der Konrad-Adenauer-Stiftung. Gemeinsam im Herzen Europas liegend, soll das Begegnungsprojekt auf der Basis von Freundschaft und Gleichberechtigung Beiträge zur Verbesserung des deutsch-polnischen Verhältnisses und zur besseren Erfassung der komplexen Strukturen und Chancen des zusammenwachsenden Europas leisten. Dabei soll die zentrale Mittlerstellung Deutschlands und Polens in Europa zugleich als Chance und Herausforderung begriffen werden, um gemeinsam lebensweltbezogene und zukunftsträchtige Visionen zu entwickeln.
Dazu widmet sich der erste Schwerpunktbereich der gemeinsamen Aufarbeitung der deutsch-polnischen Geschichte im Sinne der Demokratie, der Völkerverständigung und des Friedensgedankens. Das Kennenlernen der jeweils anderen Perspektiven und Strukturen soll zu einer Annäherung und zur Beseitigung wechselseitig vorhandener Vorurteile führen, um bestehende Gemeinsamkeiten und die gemeinsamen Interessen für eine bessere Zukunft beider Länder zu erarbeiten.
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Der zweite Schwerpunktbereich soll fundamentale Kenntnisse über die komplexen Strukturen der Europäischen Union vermitteln, die es gerade jungen Menschen ermöglichen sollen, die europaweiten Chancen im Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsmarkt zu erkennen und zukünftig besser zu nutzen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung im Bildungszentrum Schloss Wendgräben ist in Abstimmung mit den beiden Partnerschulen, die jeweils 12-14 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe entsenden, für Ablauf Organisation und Programm des jeweiligen Seminarblocks zuständig. Die Schülerinnen und Schüler erhalten in bisher viertägigen, künftig fünftägigen Seminarblöcken mithilfe von Experten die Gelegenheit, in Vorträgen, Einzel- und Gruppenarbeitsphasen, Diskussionen, Exkursionen (Berlin bzw. Magdeburg), durch Methodentraining und durch eigene Feldforschung intensiv miteinander an der beschriebenen Thematik zu arbeiten. Das Jugendforum ist an der Gesamtschule Berger Feld curricular an das Fach Sozialwissenschaften im Jahrgang 13 zum Thema "Entwicklung und Strukturen der Europäischen Union" angebunden; Abiturientinnen und Abiturienten im Fach Sozialwissenschaften wird daher die Teilnahme an dieser Veranstaltung empfohlen.
Die bisherigen vier Seminarblöcke in den Jahren 2010 und 2011 sind so erfolgreich verlaufen, dass im Oktober 2011 zwischen den beiden Partnerschulen ein zeitlich unbegrenzter Kooperationsvertrag zu diesem Projekt geschlossen wurde.
Verantwortliche Ansprechpartner an der Gesamtschule Berger Feld sind Angela Wendt-Taschbach und Carsten Bongers.

„Wendgräben"?!
Darunter kann man sich zunächst einmal nichts Besonderes vorstellen, oder?! Naja, ich bin nun da, um euch zu erklären, wie viel hinter diesem „Begriff“ eigentlich steckt! Ihr werdet merken, dass „Wendgräben” viel mehr ist als nur ein „Begriff“. Kulturaustausch, Spaß, Erfahrung, unterschiedliche Sprachen und neue Freundschaften, das ist Wendgräben. Ich wünsche euch viel Spaß beim Weiterlesen, aber Achtung, es besteht die Gefahr eines explosiven Interesses!! Einige Schülerinnen und Schüler des 12. und 13. Jahrgangs haben sich vorn 2.-5.10.2011 auf den langen und am Ende holprigen Weg (Kopfsteinpflaster!) zum Bildungszentrum Wendgräben bei Magdeburg gemacht. Trotz der Länge verging die Reise durch die Plaudereien mit den Mitschülern und den Lehrern sowie durch Snacks aller Art wie im Flug. Natürlich waren wir nicht alleine in Wendgräben: Die erfolgreiche Kooperation unserer Schule mit der polnischen Schule Liceum Ogolnoksztalcace sorgte dafür, dass wir schnell spannende Bekanntschaft mit polnischen Schülern unseres Alters machten, die uns während der vier Tage auf Schritt und Tritt begleiteten.
Was das für Vorteile für uns hatte? Wir konnten unsere Englischkenntnisse testen und verbessern, haben wichtige Sachkenntnisse gewonnen und gewannen viele nette Kontakte, die auch heute noch bestehen. Wichtig war auch, dass man einen Einblick in die andere Kultur gewonnen hat. Man konnte sich Fragen beantworten, zum Beispiel „Wie ist Polen überhaupt?". Natürlich kann man bei Google einfach „Polen" eintippen und dann hat man eine Antwort. Aber es ist etwas ganz anderes, Polen aus der Sicht von Menschen zu erfahren, die im selben Alter sind und mit denen man somit gleichzeitig so viel gemeinsam hat. Unser Tagesablauf war geprägt von verschiedenen Seminarblöcken. Übergeordnete Themen waren die Geschichte und das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen und die Europäische Union. Die Seminare wurden von Experten geleitet. Ich bedanke mich hier noch einmal bei Prof. Dr. Sadowski, Herrn Teply und Herrn Michel. Natürlich hatte auch ein Lehrer unserer Schule die Ehre einen Vortrag zu halten. Ich möchte mich auch lobend bei Herrn Bongers für seinen Vortrag bedanken! Wir haben so einen detaillierten Einblick in die historischen und aktuellen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen und die Entwicklung der EU erhalten. Nie zuvor war uns bewusst, wie umfassend die EU eigentlich ist. Wir lernten und diskutierten miteinander. Zwei gute Dolmetscherinnen sorgten dafür, dass es keinerlei Verständigungsprobleme dabei gab. Wir Schülerinnen und Schüler wurden zusätzlich gefördert, da wir wichtige Informationen über die Ausbildung, das Studium und den Arbeitsmarkt in der EU erfahren haben.
Highlight der Fahrt war aber auch, dass wir am Montagabend mit Schlips und Kragen oder im Kleid und mit High Heels mit schmackhaftem Sekt miteinander feiern konnten. Was es zu feiern gab?! An diesem Abend wurde der Kooperationsvertrag zwischen unserer und der polnischen Schule feierlich geschlossen. Es wurde zwar auf Papier unterschrieben, aber dieses Papier ist das Symbol für Zusammenarbeit, Zusammenhalt, Hilfe, Austausch und Freundschaft! Diese Kooperation soll in der Zukunft zur Verbesserung des deutsch-polnischen Verhältnisses beitragen. Nicht zu vergessen, hatten wir auch das Glück, einen Tag in der schönen Hauptstadt Berlin zu verbringen. Wir hatten da eine tolle Führung, die auch witzig war und uns miteinander lachen ließ. In der polnischen Botschaft wurde die Gruppe sehr freundlich empfangen und man machte sich dort große Mühe, uns Informationen über Polen zu vermitteln. Natürlich hatten wir auch Freizeit, um in Berlin zu bummeln und Souvenirs Für Familie und Freunde zu besorgen.
Mehr will ich euch aber nicht verraten von dieser erfolgreichen Studienfahrt, denn ich denke, man sollte dieses regelmäßig angebotene Projekt selber erleben, um erfahren zu können, wie wichtig es ist, gemeinsam für eine bessere Zukunft zu sorgen. Und Bildung und Begegnung braucht man dazu! Ich bedanke mich auch herzlich bei Herrn Bongers und Frau Wendt-Taschbach für diese tolle Studienfahrt!
Tudem Özgüz, Jahrgang 12
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