Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Berger Feld auf den Spuren von Gelsenkirchener Weltkriegsopfern in Riga

Anfang April fährt der Projektkurs Geschichte der Gesamtschule Berger Feld mit Unterstützung durch den „Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V.“ und dem Institut für Stadtgeschichte nach Riga in die lettische Hauptstadt. Begleitet wird die Gruppe von dem stellvertretenden Schulleiter Jochen Herrmann, den Geschichtslehrern, welche auch den Projektkurs leiten, Helena Schneppendahl und Patrick Hoffmann von der Gesamtschule Berger Feld und Jennifer Horstmann vom Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, dem die Schule durch eine Bildungspartnerschaft verbunden ist. Finanziert wird die Fahrt durch einen hohen Eigenanteil, den die Schülerinnen und Schüler selbst aufbringen müssen. Daneben wird die Fahrt durch die Stiftung Gedenken und Frieden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowohl fachlich, als auch finanziell unterstützt.

Nachdem ein Projektkurs der Schule im vergangenen Jahr im Rahmen des Friedensprojekts nach Ypern in Belgien gefahren ist, wird in diesem Jahr ein Kurs die lettische Hauptstadt besuchen. In Riga werden sich die Schülerinnen und Schüler mit zwei gefallenen Gelsenkirchenern des Ersten Weltkrieges auseinandersetzen. Sie werden Franz Scharmach und Anton Epping, zwei junge Gelsenkirchener Soldaten, besuchen und an ihren Gräbern Gedenkreden halten sowie einen kleinen Blumenkranz zum Gedenken niederlegen.

Außerdem sucht die Reisegruppe die Stätten der Verfolgung des Zweiten Weltkrieges auf und gedenkt den Opfern des Nationalsozialismus. Die Schülerinnen und Schüler werden den Marsch der deportierten Juden aus Gelsenkirchen vom Hauptbahnhof Rigas in das ehemalige Ghetto nachgehen und durch die Begehung des ehemaligen Ghettos selbst einen Eindruck vom Leiden der Menschen im Zweiten Weltkriege bekommen können. Das jüdische Leben, nicht nur deutscher Juden, wird durch eine Führung durch das Ghetto Museum, sowie durch das Museum „Jews in Latvia“ beleuchtet und kennengelernt. Auch aufgrund der engen Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgeschichte besuchten die Schülerinnen und Schüler mehrfach die Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ und wurden dort inhaltlich auf diese Reise vorbereitet.

Obwohl die Schülerinnen und Schüler diese Reise vor einem ernsten Hintergrund antreten, freuen sie sich auf die neue Erfahrung. Die unbekannte Stadt, in der noch keiner der Beteiligten gewesen ist, reizt genauso, wie die Erfüllung des eigenen Anspruchs, Forschungs- und Recherchearbeit von mehreren Monaten zum vorläufigen Abschluss bringen zu können. Ganz besonders stolz sind die Schülerinnen und Schüler darauf, die Verbindung ihrer Heimatstadt Gelsenkirchen mit der lettischen Hauptstadt kennengelernt zu haben.

WAZ vom 30.03.2017

"Auf der Spur Gelsenkirchener Kriegsopfer in Riga"

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