Rechtliche Voraussetzungen

Grundlage für die Inklusion d.h. das Recht auf ein gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Menschen bildet die UN Menschenrechtskonvention von 2009. Dort heißt es in Artikel 24 (Bildung), dass sich die Vertragsstaaten verpflichten, das Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung in einem inklusiven Bildungssystem zu gewährleisten.

Das bedeutet, dass Deutschland und damit auch das Land NRW verpflichtet ist dieses Abkommen schrittweise umzusetzen.

Im 9. Schulrechtsänderungsgesetz (9. SchulG-ÄG) des Landes NRW vom 16. Oktober 2013 wird dieser Verpflichtung in Leitentscheidungen Rechnung getragen. Dort heißt es, dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderungen in der Regel in allgemeinen Schulen gemeinsam unterrichtet und erzogen werden. (§§ 2 Abs. 5, 12 Abs. 4, 19 Abs. 3, 20 As. 4 Satz1


Umsetzung an der Gesamtschule Berger Feld

An der Gesamtschule Berger Feld können schon seit dem Schuljahr 2007/2008 Schülerinnen und Schüler, mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf, gemeinsam lernen und gemeinsam den Schulalltag erleben. Dafür haben der Schulträger und die Bezirksregierung Münster die organisatorischen und personellen Voraussetzungen geschaffen. In jedem Jahrgang von 5 bis 10 gibt es zurzeit eine Klasse mit gemeinsamem Unterricht. Mittlerweile ist das gemeinsame Lernen auch in der Sekundarstufe II unter den dort geforderten Voraussetzungen an unserer Schule Alltag.

Der Aufnahme von Jungen und Mädchen mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten gehen intensive Gespräche mit den Eltern und den bisherigen Grundschulen voraus. In der Regel werden diese durch Hospitationen in den abgebenden Grundschulen ergänzt. Die Entscheidung über die Aufnahme der Kinder mit Förderschwerpunkten erfolgt unter Berücksichtigung und Abwägung der Fähigkeiten, Lernmöglichkeiten und Bedürfnisse des Kindes einerseits sowie den Anforderungen und Fördermöglichkeiten der Schule andererseits.

Der Unterricht in den verschiedenen Fächern wird in Zweierteams geplant und gemeinsam durchgeführt. Die Förderschullehrerinnen und Förderschullehrer beraten und unterstützen dabei die Gesamtschulkolleginnen und Gesamtschulkollegen. Dabei werden die Richtlinien der jeweiligen Förderschulform mit denen der Gesamtschule verknüpft. Die Förderpläne für Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf werden gemeinsam erstellt und fließen in die Unterrichtsplanung mit ein. Ziel ist es, eine möglichst große Anzahl an Unterrichtssituationen zu schaffen, die das Lernen an gemeinsamen Themen mit allen Kindern ermöglicht.

Einen besonderen Schwerpunkt setzt die Schule in der Unterstützung der Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen in der Berufsorientierung. Je nach Voraussetzungen ist es möglich, dass sie an einem besonderen Programm für die Berufsorientierung teilnehmen. Dieses Programm heißt Schule trifft Arbeitswelt (STAR). Außerdem arbeiten die Förderschulkolleginnen und Förderschulkollegen eng mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur zusammen, um einen möglichst passgenauen Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu gewährleisten. Zusätzlich zum Berufsorientierungspraktikum im Jahrgang 9 findet je nach Förderschwerpunkt ein weiteres Praktikum im Jahrgang 10 statt.


Evakuierung von Kindern im Rollstuhl

In einem Notfall, der eine Evakuierung der Schule erfordert, muss der Transport der Schülerinnen und Schüler, die in einem Rollstuhl sitzen, gewährleistet sein. Hierfür ist die Schule im Besitz mehrerer sogenannter "Escapechairs".

Bei einer Evakuierung kann und darf der Aufzug nicht genutzt werden. Jeder muss dann das Gebäude über die Treppen verlassen. Eine in einem Evakuierungsstuhl sitzende Person, die nicht fähig ist, sich selbst zu helfen, kann mit dem Escapechair über die Stufen einer Treppe nach unten gebracht werden.

Unsere Lehrerschaft, insbesondere die Lehrerteams der GU-Klassen, sind alle im Umgang mit den Escape-Chairs geschult. Regelmäßige Auffrischungskurse wiederholen und verbessern die Fertigkeiten beim Einsatz und bei der Nutzung des Evakuierungshilfsmittels.

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